Kamera Objektive Übersicht Tabelle: Brennweiten von Weitwinkel bis Tele nach Fotogenre 2026

Die Wahl des richtigen Kameraobjektivs hängt entscheidend von der Brennweite ab. Sie bestimmt, wie groß der Bildwinkel ausfällt und wie stark ein Motiv im Bild erscheint. Ein 20-mm-Weitwinkel kann eine große Landschaft oder einen engen Innenraum erfassen, während ein 400-mm-Teleobjektiv weit entfernte Tiere oder Sportler formatfüllend abbilden kann.

Für 2026 gibt es eine große Auswahl an Festbrennweiten und Zoomobjektiven. Die folgende Übersicht zeigt, welche Brennweiten sich für verschiedene Fotogenres eignen und welche Bildwirkung typischerweise zu erwarten ist.

Objektive Übersicht Tabelle: Brennweiten im Überblick

Für Vollformat beziehungsweise Kleinbild lassen sich Brennweiten grob in mehrere Bereiche einteilen. Die Übergänge sind nicht überall einheitlich definiert. Nikon ordnet beispielsweise Brennweiten unter 24 mm dem Ultraweitwinkel zu, 24 bis 35 mm dem Weitwinkel, 35 bis 70 mm dem Standardbereich und Brennweiten ab etwa 70 mm dem Telebereich. Ab 300 mm wird häufig von Supertele gesprochen.

Brennweite Vollformat Objektivtyp Bildwinkel Typische Fotogenres
10–14 mm Ultraweitwinkel extrem weit Architektur, Astro, kreative Perspektiven
14–20 mm Ultraweitwinkel sehr weit Landschaft, Architektur, Astro
20–24 mm Weitwinkel weit Landschaft, Reise, Architektur
24–28 mm Weitwinkel weit Street, Reise, Landschaft
28–35 mm Weitwinkel mittelweit Street, Reportage, Reise
35–50 mm Standard/leichtes Weitwinkel natürlich Alltag, Street, Reportage
50–70 mm Standard relativ natürlich Alltag, Porträt, Hochzeit
70–85 mm kurzes Tele enger Porträt, Hochzeit
85–135 mm mittleres Tele eng Porträt, Mode, Detail
135–200 mm Tele sehr eng Porträt, Sport, Bühne
200–300 mm Tele sehr eng Sport, Tiere, Natur
300–600 mm Supertele extrem eng Wildlife, Sport, Vögel
600–800+ mm Supertele extrem eng Wildlife, Vögel, Luftfahrt

Die genaue Einteilung kann je nach Hersteller und Fachquelle etwas variieren.

Welche Brennweite für welches Fotogenre?

Die folgende Tabelle bietet eine schnelle Orientierung für die Objektivwahl.

Fotogenre Empfehlenswerte Brennweiten Vollformat Typische Objektive
Landschaft 14–35 mm 14–24 mm, 16–35 mm, 20–35 mm
Architektur 14–35 mm 14–24 mm, 16–35 mm, 24 mm
Innenraum 14–24 mm 14–24 mm, 16–35 mm
Astrofotografie 14–24 mm 14 mm, 20 mm, 24 mm
Street Photography 28–50 mm 28 mm, 35 mm, 50 mm
Reportage 24–70 mm 24–70 mm, 24–105 mm
Reise 24–70 mm 24–70 mm, 24–105 mm
Hochzeit 24–200 mm 24–70 mm, 70–200 mm
Porträt 50–135 mm 50 mm, 85 mm, 105 mm, 135 mm
Fashion 70–200 mm 85 mm, 105 mm, 135 mm, 70–200 mm
Makro 60–105 mm 90 mm, 100 mm, 105 mm Makro
Produktfotografie 50–100 mm 50 mm, 85 mm, 100 mm Makro
Food-Fotografie 50–100 mm 50 mm, 85 mm, 100 mm
Sport 70–400+ mm 70–200 mm, 100–400 mm, 200–600 mm
Wildlife 300–600+ mm 100–500 mm, 200–600 mm, 400 mm
Vogelfotografie 400–800 mm 400 mm, 600 mm, 800 mm
Konzert 70–200 mm 70–200 mm f/2.8
Motorsport 100–600 mm 100–500 mm, 200–600 mm
Flugzeugfotografie 200–800 mm 100–400 mm, 200–600 mm
Sporthalle 70–200 mm 70–200 mm f/2.8
Dokumentation 24–70 mm 24–70 mm, 24–105 mm

Die Empfehlungen sind Ausgangspunkte. Entfernung zum Motiv, gewünschte Perspektive, Sensorformat und verfügbare Lichtstärke können dazu führen, dass eine andere Brennweite sinnvoller ist.

14–20 mm: Ultraweitwinkel

Ultraweitwinkelobjektive erfassen einen besonders großen Bildausschnitt. Sie sind deshalb interessant, wenn möglichst viel Umgebung auf das Foto soll.

Typische Einsatzgebiete sind:

  • Landschaftsfotografie
  • Architektur
  • Innenräume
  • Astrofotografie
  • dramatische Perspektiven
  • große Gebäude

Bei sehr kurzen Brennweiten sollte die Position des Fotografen bewusst gewählt werden. Befindet sich ein Objekt sehr nah an der Kamera, kann es im Vergleich zum Hintergrund besonders groß erscheinen.

Nikon nennt den Bereich unter 24 mm als Ultraweitwinkel und führt Landschaft, Architektur und Astrofotografie als typische Anwendungen an.

24–35 mm: Weitwinkel für Reise und Street

Brennweiten zwischen etwa 24 und 35 mm sind vielseitig. Sie bieten einen relativ großen Bildwinkel, ohne die Szene so stark aufzuziehen wie ein extremes Ultraweitwinkel.

Besonders beliebt sind sie für:

  • Street Photography
  • Reportage
  • Reisen
  • Landschaft
  • Architektur
  • Umweltporträts

Canon nennt 24 mm am Vollformat als echtes Weitwinkel und beschreibt 28 bis 50 mm als besonders geeigneten Bereich für Straßen- und Reportagefotografie.

35 mm: Die vielseitige Reportage-Brennweite

35 mm gilt als besonders vielseitige Brennweite für Reportage und Street Photography. Der Bildwinkel ist weit genug, um Umgebung einzubeziehen, gleichzeitig kann ein Hauptmotiv ausreichend betont werden.

Ein 35-mm-Objektiv eignet sich beispielsweise für:

  • Alltag
  • Reisen
  • Street Photography
  • Familienfeiern
  • Reportage
  • Umweltporträts
  • Hochzeiten

Eine lichtstarke 35-mm-Festbrennweite kann zudem für Aufnahmen bei wenig Licht interessant sein.

50 mm: Das Standardobjektiv

Das 50-mm-Objektiv gilt am Vollformat als klassische Standardbrennweite. Es bietet einen vergleichsweise natürlichen Bildwinkel und ist deshalb für viele unterschiedliche Motive geeignet.

Anwendung 50 mm geeignet?
Alltag sehr gut
Street sehr gut
Reise gut
Porträt gut
Hochzeit gut
Food sehr gut
Produkt gut
Landschaft bedingt
Wildlife ungeeignet
Sport ungeeignet

Nikon beschreibt 50 mm als besonders vielseitige Standardbrennweite für zahlreiche Motive wie Porträts, Events, Reisen, Stillleben und Street Photography.

70–105 mm: Porträtbereich

Ab etwa 70 mm beginnt der klassische Telebereich. Für Porträts werden häufig Brennweiten zwischen 85 und 105 mm eingesetzt.

Ein Vorteil liegt darin, dass Fotografen etwas mehr Abstand zum Model halten können. Gleichzeitig lässt sich der Hintergrund stärker aus dem Bild herauslösen, insbesondere in Verbindung mit einer lichtstarken Blende.

Brennweite Typischer Einsatz
70 mm Porträt, Hochzeit, Reportage
85 mm klassisches Porträt
90 mm Porträt, Makro
100 mm Porträt, Makro, Produkt
105 mm Porträt, Detail

Canon nennt beispielsweise 85 mm und 135 mm als geeignete Porträtbrennweiten und hebt die Möglichkeit eines ausgeprägten Freistelleffekts hervor.

135–200 mm: Tele für Porträt und Bühne

135 mm ist eine beliebte Brennweite für Porträts mit deutlicher Hintergrundkompression. Auch für Bühnenaufnahmen, Veranstaltungen und bestimmte Sportarten kann dieser Bereich interessant sein.

Ein 70–200-mm-Zoom ist besonders vielseitig, weil damit unterschiedliche Bildausschnitte ohne Objektivwechsel möglich sind.

Typische Einsatzgebiete:

  • Porträts
  • Hochzeiten
  • Events
  • Konzertfotografie
  • Bühne
  • Sport
  • Tierfotografie aus größerer Entfernung

200–400 mm: Sport und Wildlife

Mit zunehmender Brennweite wird der Bildwinkel enger. Das ist bei Sport und Tierfotografie hilfreich, weil sich entfernte Motive größer abbilden lassen.

Typische Objektive sind beispielsweise:

  • 100–400 mm
  • 100–500 mm
  • 200–600 mm
  • 300 mm Festbrennweite
  • 400 mm Festbrennweite

Canon führt lange Brennweiten ausdrücklich als geeignete Werkzeuge für Wildlife- und Sportaufnahmen auf.

400–800 mm: Supertele für Tiere und Vögel

Für scheue Tiere und kleine Vögel sind besonders lange Brennweiten interessant. Häufig kommen 400, 500, 600 oder 800 mm zum Einsatz.

Brennweite Typischer Einsatz
400 mm Wildlife, Sport, Vögel
500 mm Wildlife, Vögel
600 mm Wildlife, Vögel
800 mm kleine oder sehr weit entfernte Tiere

Nikon ordnet Brennweiten ab etwa 300 mm dem Supertelebereich zu und nennt Sport- und Tierfotografie als zentrale Anwendungen.

Zoomobjektiv oder Festbrennweite?

Bei der Objektivwahl stellt sich nicht nur die Frage nach der Brennweite. Auch die Entscheidung zwischen Zoom und Festbrennweite ist wichtig.

Zoomobjektive

Ein Zoomobjektiv deckt einen Brennweitenbereich ab, beispielsweise 24–70 mm oder 70–200 mm.

Vorteile:

  • flexible Bildgestaltung
  • weniger Objektivwechsel
  • praktisch auf Reisen
  • gut für Reportage
  • schnelle Anpassung an wechselnde Entfernungen

Canon führt beispielsweise 16–35 mm, 24–70 mm, 24–105 mm und 70–200 mm als typische Zoomklassen auf.

Festbrennweiten

Eine Festbrennweite besitzt nur einen Brennweitenwert, beispielsweise 35, 50, 85 oder 135 mm.

Vorteile können sein:

  • hohe Lichtstärke
  • kompakte Bauweise bei bestimmten Modellen
  • bewussteres Arbeiten mit der Perspektive
  • große Blendenöffnungen bei vielen Modellen
  • geringe Schärfentiefe möglich

Welche Variante besser passt, hängt deshalb stark vom Fotostil und Einsatzgebiet ab.

Objektiv Tabelle nach Fotogenre

Für eine schnelle Kaufentscheidung kann folgende Übersicht dienen:

Fotogenre Weitwinkel Standard Tele Supertele
Landschaft sehr gut gut möglich Spezialfall
Architektur sehr gut gut selten ungeeignet
Street gut sehr gut möglich selten
Reise sehr gut sehr gut gut selten
Reportage gut sehr gut gut selten
Porträt bedingt gut sehr gut möglich
Hochzeit gut sehr gut sehr gut selten
Makro selten gut sehr gut möglich
Sport selten selten sehr gut sehr gut
Wildlife ungeeignet ungeeignet sehr gut sehr gut
Vögel ungeeignet ungeeignet gut sehr gut
Astro sehr gut gut selten ungeeignet
Architektur innen sehr gut gut ungeeignet ungeeignet

APS-C: Brennweiten mit Crop-Faktor umrechnen

Bei APS-C-Kameras verändert sich der Bildwinkel gegenüber Vollformat. Ein häufiger Crop-Faktor beträgt etwa 1,5, bei Canon APS-C beispielsweise etwa 1,6. Nikon beschreibt für DX-Kameras einen Faktor von 1,5. Ein 50-mm-Objektiv entspricht dort hinsichtlich Bildwinkel ungefähr einem 75-mm-Objektiv am Vollformat.

APS-C mit 1,5-fachem Crop

APS-C Brennweite Vollformat-Äquivalent ca. Typische Wirkung
10 mm 15 mm Ultraweitwinkel
14 mm 21 mm Ultraweitwinkel
16 mm 24 mm Weitwinkel
18 mm 27 mm Weitwinkel
23 mm 35 mm Street/Reportage
33 mm 50 mm Standard
35 mm 53 mm Standard
50 mm 75 mm leichtes Tele
56 mm 84 mm Porträt
85 mm 128 mm mittleres Tele
135 mm 203 mm Tele
200 mm 300 mm Supertele

Diese Umrechnung bezieht sich auf den Bildwinkel, nicht darauf, dass sich die tatsächliche Brennweite des Objektivs verändert.

Welche Objektiv-Kombination deckt besonders viel ab?

Wer nur wenige Objektive besitzen möchte, kann mit zwei oder drei Brennweitenbereichen bereits einen großen Teil der Fotografie abdecken.

Kombination 1: Reise und Alltag

24–70 mm + 70–200 mm

Damit lassen sich Landschaft, Street, Alltag, Porträts, Events und viele Sportmotive abdecken.

Kombination 2: Landschaft und Architektur

16–35 mm + 24–70 mm

Diese Kombination bietet einen großen Weitwinkelbereich und gleichzeitig einen flexiblen Standardbereich.

Kombination 3: Porträt und Hochzeit

24–70 mm + 70–200 mm

Das ist eine vielseitige Kombination für Gruppen, Reportage, Porträts und entfernte Motive.

Kombination 4: Wildlife

100–500 mm oder 200–600 mm

Lange Brennweiten sind hier besonders wichtig, weil zwischen Fotograf und Tier häufig ein großer Abstand besteht.

Brennweite und Perspektive

Ein wichtiger Punkt wird bei Objektivvergleichen häufig missverstanden: Die Brennweite allein verändert nicht die Perspektive. Entscheidend ist zunächst der Standort der Kamera.

Wenn man für einen ähnlichen Bildausschnitt mit einem Weitwinkelobjektiv näher an das Motiv herangeht, verändert sich die räumliche Darstellung. Bei einem Teleobjektiv steht man dagegen weiter entfernt.

Nikon beschreibt, dass Weitwinkelaufnahmen Entfernungen stärker auseinandergezogen erscheinen lassen können, während Teleaufnahmen eine stärkere Verdichtung der Bildebenen vermitteln.

Deshalb kann ein Wechsel der Brennweite gleichzeitig eine Änderung des Aufnahmeabstands und damit der Bildwirkung mit sich bringen.

Die wichtigsten Brennweiten als Spickzettel

Brennweite Merksatz
14 mm extrem weit
20 mm Landschaft und Astro
24 mm Landschaft, Architektur, Reise
28 mm Street und Reportage
35 mm vielseitige Reportage
50 mm Standard und Alltag
85 mm klassisches Porträt
105 mm Porträt und Makro
135 mm Porträt und Tele
200 mm Sport und entfernte Motive
300 mm Wildlife und Sport
400 mm Wildlife und Vögel
600 mm Wildlife und Vögel
800 mm sehr weit entfernte Motive

Fazit

Die optimale Brennweite hängt nicht allein von der Kamera ab, sondern vor allem vom Fotogenre, Abstand zum Motiv und gewünschten Bildlook.

Für Landschaft und Architektur sind etwa 14 bis 35 mm interessant. Street und Reportage profitieren häufig von 28 bis 50 mm. Für Porträts bieten sich häufig 50 bis 135 mm an. Sport und Wildlife verlangen dagegen oft nach 200 mm oder mehr. Für kleine Vögel oder sehr weit entfernte Motive können 400 bis 800 mm sinnvoll sein.

Wer nur ein oder zwei Objektive kaufen möchte, ist mit einem vielseitigen Zoom wie 24–70 mm beziehungsweise einem entsprechenden APS-C-Äquivalent häufig breit aufgestellt. Für spezialisierte Genres können Festbrennweiten oder Telezooms dagegen deutliche Vorteile bieten.

Entscheidend ist letztlich nicht die vermeintlich „beste“ Brennweite, sondern die Frage: Wie viel Umgebung soll ins Bild, wie nah ist das Motiv und welche räumliche Wirkung soll die Aufnahme haben?

Quellen und weiterführende Informationen