Jordanien kulturelle Besonderheiten

Jordanien ist weit mehr als nur die Felsstadt Petra. Es ist ein Land, das tief in seiner nomadischen Geschichte verwurzelt ist und gleichzeitig eine moderne Offenheit lebt. Wenn du Jordanien besuchst, tauchst du in eine Welt ein, in der Gastfreundschaft nicht nur ein Wort, sondern eine heilige Pflicht ist.

Hier sind die wichtigsten kulturellen Besonderheiten, die Jordanien so einzigartig machen.


1. Die „Ahlan wa Sahlan“-Mentalität

Das Erste, was du in Jordanien hören wirst, ist „Ahlan wa Sahlan“ (Willkommen). Gastfreundschaft ist der Eckpfeiler der jordanischen Identität.

  • Einladungen zum Tee: Es ist völlig normal, dass dich ein Ladenbesitzer oder ein Fremder auf der Straße zum Tee einlädt. Das ist keine Verkaufsmasche, sondern echtes Interesse.

  • Die Dreimal-Regel: Wenn du bei Beduinen eingeladen bist, ist es höflich, die erste Tasse Kaffee anzunehmen. Die dritte Tasse signalisiert meist den Abschluss der Zeremonie.

2. Mansaf: Mehr als nur ein Gericht

Mansaf ist das Nationalgericht (Lamm mit fermentiertem Joghurt und Reis) und ein Symbol für Großzügigkeit und soziale Einheit.

  • Die Tradition: Traditionell wird Mansaf aus einer großen gemeinsamen Platte mit der rechten Hand gegessen.

  • Bedeutung: Es wird bei Hochzeiten, Beerdigungen und zur Versöhnung von Streitigkeiten serviert. Wer Mansaf teilt, schließt Frieden.


3. Kleidung und Auftreten

Jordanien ist ein konservatives, aber tolerantes Land. Ein respektvoller Umgang mit der Kleiderordnung öffnet viele Türen.

  • Bescheidenheit: In den Städten (besonders Amman) sieht man viel westliche Mode. Dennoch gilt: Schultern und Knie sollten sowohl bei Frauen als auch bei Männern bedeckt sein, besonders abseits der Touristenpfade und in religiösen Stätten.

  • Kufiya: Das rot-weiße Kufiya-Tuch ist ein stolzes Symbol der jordanischen Kultur und Herkunft. Es schützt nicht nur vor der Sonne, sondern zeigt die Verbundenheit zum Land.


4. Die Kunst der Kommunikation

In Jordanien spielt die soziale Etikette eine große Rolle.

  • Die rechte Hand: Ob beim Essen, beim Überreichen von Geld oder beim Begrüßen – benutze immer die rechte Hand. Die linke gilt traditionell als unrein.

  • Small Talk: Bevor man zum geschäftlichen Teil kommt, wird ausführlich nach dem Wohlbefinden und der Familie gefragt. Zeitdruck wird oft als unhöflich empfunden.

  • Feilschen: Auf den Souks (Märkten) ist Feilschen ein Teil des sozialen Spiels. Bleib dabei immer freundlich und lächle – es ist eher ein sportlicher Dialog als ein harter Kampf.


5. Religion und Alltag

Der Islam prägt den Rhythmus des Lebens, aber Jordanien ist stolz auf sein friedliches Miteinander von Muslimen und Christen.

  • Der Gebetsruf: Fünfmal am Tag erklingt der Adhan. Während des Fastenmonats Ramadan verändert sich das öffentliche Leben stark; Essen und Trinken in der Öffentlichkeit sind tagsüber dann nicht gern gesehen.

  • Religiöse Stätten: Jordanien beherbergt zahlreiche biblische Stätten (wie die Taufstelle Jesu), die sowohl für Christen als auch für Muslime von großer Bedeutung sind.


Ein kleiner Fettnäpfchen-Warner: Kritik am Königshaus oder an der Religion sollte in Gesprächen vermieden werden. Jordanier sind sehr patriotisch und schätzen Harmonie im sozialen Gefüge.

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